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Die Kunsthaltestelle

  • Autorenbild: Studio Kuzo
    Studio Kuzo
  • 29. Juni 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Jan.

Was passiert, wenn man einen funktionalen Ort umdeutet? Wenn niemand eingeladen wird und doch alle gemeint sind?


Ein Rückblick


Am Pfingstwochenende war in Mecklenburg wieder KunstOffen. Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers, zeigen Arbeiten, laden ein.

Ich wollte wissen, was passiert, wenn man das anders macht. Wenn man keinen festen Raum öffnet, sondern einen, der eigentlich keiner ist.


Ohne Vorankündigung habe ich eine Bushaltestelle im Dorf in eine kleine Galerie verwandelt. Eine Kunsthaltestelle. Für ein paar Tage.

Auf dem Foto ist eine zwölfjährige Person zu sehen, die gerade etwas ins »Kunsthaltestellen« Gästebuch schrieb.
Auf dem Foto ist eine zwölfjährige Person zu sehen, die gerade etwas ins »Kunsthaltestellen« Gästebuch schrieb.


Dort hingen abstrakte Miniaturen und Gedankenschnipsel. Spuren der letzten Monate.

Ich war neugierig. Was passiert, wenn ein Ort plötzlich aus dem Rahmen fällt? Und es ist etwas passiert, nicht spektakulär, aber deutlich.


Menschen blieben stehen.

Ein paar Kinder machten spontan einen Flohmarkt, es gab Blumen.

Ein Schild fiel ab, wurde wieder befestigt.

Stifte lagen da, wurden angespitzt.

Nachrichten tauchten auf.

Ganze Verbesserungsvorschläge fürs Dorf wurden aufgeschrieben.


Als würde dieser Ort plötzlich etwas anderes ermöglichen. Etwas, das vorher keinen Platz hatte.


So entstehen informelle Räume.

Nicht weil jemand sie offiziell eröffnet.

Sondern weil sich Menschen entscheiden, sie zu nutzen.


Und das ist vielleicht das Spannendste:

Dass etwas in Gang kommt.

Dass ein Ort, der dem Warten dient, plötzlich ins Leben kippt. Vielleicht ist das die eigentliche Arbeit: Räume zu markieren, ohne sie zu besitzen. Einen Rahmen aufzuspannen, den andere füllen.

Denn Raum ist nie neutral.

Wer ihn nimmt, verändert ihn vielleicht.

 
 
 

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