
30 Quadratmeter Freiheit
- Studio Kuzo
- 25. Juni 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Jan.
Seit fast einem Jahr arbeite ich in meinem Studio. Mit diesem Ort habe ich mir einen Wunsch erfüllt, der mich lange begleitet hat.
Ich mache mein Leben lang Kunst und wollte immer einen geeigneten Raum dafür haben. Einen Ort, der nicht nebenbei existiert, sondern ausdrücklich dafür da ist. Für Kunst.
Das Leben auf dem Land bringt in dieser Hinsicht eine besondere Qualität mit sich. Raum ist hier anders verfügbar. Nicht unbegrenzt und nicht selbstverständlich, aber großzügiger als in vielen städtischen Kontexten. Diese Großzügigkeit verändert Arbeitsprozesse. Sie erlaubt Ausdehnung.
In meinem früheren Arbeitsraum in der Stadt war der Platz stark begrenzt. Heute arbeite ich auf dreißig Quadratmetern. Die Möglichkeit, einen solchen Raum zu haben, ist ein Privileg.
Entscheidend ist im zweiten Schritt, was daraus entsteht. Der Raum selbst sagt wenig. Bedeutung bekommt er durch Nutzung. Durch die Entscheidung, ihn nicht nur zu besitzen, sondern mit Arbeit zu füllen und nach außen wirksam werden zu lassen.
Dazu gehört Sichtbarkeit. Sich zu zeigen, präsent zu sein und Verantwortung zu übernehmen, ist Teil dieser Arbeit. Nicht als Selbstdarstellung, sondern als Voraussetzung für Verbindung. Arbeit, die unsichtbar bleibt, bleibt oft folgenlos.
So ist ein dreißig Quadratmeter großes Studio kein abgeschlossener Rückzugsort, sondern ein Ort in Beziehung. Ein Raum, der offen ist für Prozesse und für Begegnungen. Und genau darin liegt seine Qualität.



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